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Arthrose: Ursache & Risikofaktoren

Erinnern Sie sich noch daran, wie Sie früher mit Holzklötzchen einen Turm gebaut haben? Stein auf Stein ging es weiter nach oben, aber irgendwann war dann Schluss. Der Turm wankte und stürzte letztendlich ein. Mit der Entstehung einer Arthrose verfällt es sich nicht anders. Ein Symptom setzt eine Kettenreaktion in Gang, durch die der gesamte Prozess nur noch schwer aufzuhalten ist. Denn: Die Ursachen für Arthrose sind vielfältig. Frühere Unfälle, eine genetische Disposition, angeborene Fehlstellungen oder schlicht der Lebensstil gehören zu den häufigsten Auslösern der Knochen- und Gelenkerkrankung.

Wie entsteht Arthrose?

Einen prototypischen Auslöser für Arthrose gibt es nicht. Die Ursache für Arthrose ist vielmehr eine Aneinanderreihung von Risikofaktoren, die sich meist gegenseitig begünstigen und wie Zahnräder ineinandergreifen. Nach Jahren der Forschung lassen sich kurz und knapp zur Bildung der Arthrose, diese Ursachen ausmachen:

  • Unfälle, Verletzungen & Vorerkrankungen: Häufige Ursache sind längst vergangene Unfälle als Kind oder Jugendlicher, bei denen es zu Verletzungen an Gelenken oder Knochen kam. Auch wenn sie in Vergessenheit geraten sind, können sie später Verursacher einer Arthrose sein. Aber auch Vorerkrankungen wie Rheuma zählen zu potenziellen Vorerkrankungen.
  • Genetische Disposition: Meist liegt das Risiko, an Arthrose zu erkranken, in der Familie. Sind direkte Verwandte bereits erkrankt, kann das Gen bzw. die Gene innerhalb der Familie weitergegeben werden.
  • Angeborene Fehlstellung: Schon eine Fehlbildung der Hüfte bei der Geburt kann eine potenzielle Ursache für Arthrose sein. Wird diese nicht direkt behandelt, mündet sie meist in einer Hüftreifestörung und damit in einer Arthrose.
  • Lebensstil: Oftmals ist übertriebener Sport ein Auslöser für Arthrose, da dadurch Gelenke früher altern. Aber auch zu wenig Bewegung oder Übergewicht sind Katalysatoren.

Ursache von Arthrose: angeborene Fehlbildung

Eine mögliche Arthrose-Ursache ist eine sogenannte Dysplasie. Dabei handelt es sich um eine angeborene Fehlbildung der Knochen, bei der der Hüftkopf am oberen Oberschenkel nicht ausreichend von der Hüftpfanne umschlossen wird. Das hat zur Folge, dass der Hüftgelenkskopf teilweise oder vollständig aus der Hüftpfanne rutscht, was auf Dauer Arthrose hervorrufen kann.

Arthrose durch Vererbung

Ein weiterer wichtiger Faktor für Arthrose ist die Vererbung von Arthrose-fördernden Krankheiten oder der Krankheit selbst. Viele verschiedene Studien zeigen, dass ein bestimmtes oder gleich mehrere Gene eine Ursache für Arthrose ist. Wichtig ist deshalb: Wer bereits Arthrose-Fälle in der Familie hat, egal ob bei Eltern oder Geschwistern, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst die Krankheit bekommen. Fragen Sie bei Verdacht immer im Kreis der Familie nach, ob bereits Fälle bekannt sind. Wenn ja, sollten Sie vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen und das Erstgespräch suchen.

Die Hand des Babys auf der Hand des Vaters

Arthrose ist eine erbliche Krankheit.
©skalekar1992/Pixabay

 

Frühere Unfälle als Arthrose-Auslöser

Eine Ursache, die oft nicht berücksichtigt wird, sind Vorerkrankungen und Verletzungen. Oftmals holen alte Verletzungen, die vor mehreren Jahren oder sogar Jahrzehnten aufgetreten sind, die Patienten in Form einer Arthrose wieder ein. Die längst vergessene Verletzung am Gelenk kann durch eine nicht ausreichende Behandlung später in die Gelenkkrankheit münden. Typische Arthrose-Ursachen sind Verletzungen wie Bänderrisse, Knorpelschäden, Fehlstellungen oder Knochenbrüche. Dabei treten sogenannte Präarthrosen auf. Das sind Gelenkveränderungen, die durch die einstige Verletzung die Basis und damit die Balance zwischen Belastung und Belastbarkeit stören. Diese Störung begünstigt eine Arthrose.

Lebensstil als Risikofaktor

Unser Lebensstil hat maßgeblichen Einfluss auf unsere körperliche Gesundheit und spielt auch bei der Arthrose eine sehr wichtige Rolle. Die Ernährung und körperliche Aktivität sind zwei Faktoren, die je nach Ausprägung eine Arthrose begünstigen können.

Ein wichtiger Grund, der als Ursache von Arthrose gilt, ist Übergewicht. Es kann entweder durch eine schlechte und unausgewogene Ernährung verursacht oder durch Vererbung weitergegeben werden. Das zusätzliche Gewicht belastet die Knochen und lässt sie früher altern. Aber auch weniger stark belastete Gelenke, wie die Fingergelenke, können betroffen sein.

Fotos von frischem Obst und Gemüse.

Bei Arthrose ist eine Umstellung der Ernährung erforderlich.
©Carlos silva Carlos/Pixabay

 

„So ein Quatsch. Wie können Sie behaupten, dass ich Arthrose habe? Ich lebe gesund und treibe Sport. Das kann nicht sein.” – nur eine der vielen Reaktionen auf die Diagnose. Denn: Auch wenn Sie viel Sport treiben, ist das kein Garant dafür, dass Sie nicht für eine Arthrose anfällig sind. Im Gegenteil: Eine Überbelastung durch Sport lässt die Gelenke früher altern. Viele Studien zeigen, dass weder zu viel noch zu wenig Belastung gut für die Gelenke ist – und es sich bei beidem um typische Arthrose-Ursachen handelt.

Verdacht auf Arthrose: So checken Sie Ihr Risiko per Selbsttest!

Da die Arthrose in den meisten Fällen in verschiedenen Stadien beginnt, ist sie besonders in der Anfangsphase schwer zu bemerken oder zu diagnostizieren.


Typische Symptome sind:

  • anhaltende Schonhaltung
  • Muskelschwäche oder Abnahme des Muskelumfangs
  • Instabilität des betroffenen Gelenks
  • Knirschen und Knacken von Gelenken in Verbindung mit Schmerz
  • wiederkehrende verspannte Muskeln und Sehnen
  • Einschränkungen des Bewegungsradius
  • Steife Gelenke am Morgen (Morgensteifigkeit)

Wer sein Risiko kennt, kann rechtzeitig vorbeugen. Wollen Sie wissen, ob Sie später einmal Arthrose bekommen? Machen Sie dafür unseren Selbsttest! Dieser zeigt Ihnen, ob Sie möglicherweise gefährdet sind.

Wichtig: Dieser Test gibt einen ersten Überblick über Ihre Anfälligkeit. Er ersetzt aber keinesfalls ein ärztliches Aufklärungsgespräch oder eine Untersuchung. Daher sollten Sie je nach Ergebnis unbedingt einen Termin beim Orthopäden machen.

Experten zum Thema:

Prof. Dr. med. Thomas R. Tölle

Fachartz für Neurologie und Psychologe sowie Leiter des Zentrums für Interdisziplinäre Schmerzmedizin am Klinikum rechts der Isar mehr dazu Quellen: Das Handbuch gegen den Schmerz

Prof. Dr. med. Christine Schiessl

Schmerztherapeutin, Palliativmedizinerin, Anästhesistin und Chefärztin der Algesiologikum-Tagesklinik für Schmerzmedizin in München mehr dazu Quellen: Das Handbuch gegen den Schmerz

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