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Arthrose durch seelischen Stress

Arthrose durch seelischen Stress?

Jeder von uns kennt es: Der Alltag kann an manchen Tagen wirklich nervenaufreibend sein. Da es immer schwieriger wird, Beruf, Familie und Freizeit unter einen Hut zu bringen, ist Stress quasi dauerpräsent. Das ist nicht nur anstrengend, Stress ist sogar zu einer ernstzunehmenden Ursache für zahlreiche Krankheitsbilder geworden. Das klassische Beispiel ist wohl der Burnout. Doch auch viele Patienten mit Gelenkschmerzen fragen sich, ob auch Arthrose durch seelischen Stress verursacht werden kann.

Kann Arthrose durch Stress ausgelöst werden?

Heutzutage haben immer mehr Menschen das Gefühl, Stress ausgesetzt zu sein. Die Arbeit, das soziale Umfeld und die Familie spielen dabei eine maßgebende Rolle. Insbesondere die Digitalisierung und die damit einhergehende ständige Erreichbarkeit machen sehr vielen Menschen zu schaffen. Weder tagsüber noch abends kommen wir wirklich zur Ruhe. Die Folge sind oft ganz verschiedene Krankheitsbilder, von Schlafstörungen bis zu psychischen Krankheiten. Aber auch körperlich schlägt der stressige Alltag vielen auf das Gemüt.

Selbst größere Krankheitsbilder lassen sich oft auf kleinste Verspannungen im Muskelbereich oder Fehlbelastungen in den Gelenken zurückführen. Kommen zum Stress noch Schmerzen hinzu, befördert das wiederum die Bildung einer Arthrose. Denn die Gelenkerkrankung basiert vor allem auf Schmerzen, die Arthrose zu einer schleichenden Krankheit machen, die sich langsam im Gelenk ausbreitet. Es entsteht ein Teufelskreis: Durch Stress reduzieren sich die Widerstandskraft unseres Körpers und die Belastbarkeit unseres Immunsystems. Unser Körper inklusive Gelenke wird stark beansprucht und die körpereigene Abwehrreaktion geschwächt. Arthrose kann also durch Stress maßgeblich beeinflusst werden.

Wie kann das Arthrose-Risiko durch Stress gemindert werden?

Studien belegen: Gedanken und Gefühle beeinflussen unseren Körper und unsere Gesundheit maßgeblich. Wenn Sie also den Stress in Ihrem Alltag reduzieren, mindern Sie auch den Krankheitsverlauf. Entspannen sich Sie oder widmen Sie sich angenehmen Dingen in Ihrer Freizeit, schränkt das die Hirnregionen ein, die für den Schmerz zuständig sind. Eine Win-Win-Situation also, in der Sie den Schmerz buchstäblich aus Ihren Gedanken verbannen.

Seniore spielt Jenga

Auch Gesellschaftsspiele sind eine gute Möglichkeit, sich zu entspannen.
© ANTHONY SHKRABA / Pexels

Um Stress und das damit verbundene Risiko einer Arthrose zu vermindern, sollten Sie sich Ihren liebsten Hobbys widmen. Entspannen Sie beim Malen, Zeichnen, Backen, Lesen oder im Kreis Ihrer Familie. Nehmen Sie sich wirklich Zeit für sich selbst. Ihr Gehirn wird dann sein Übriges tun und Stresshormone abbauen.

Wie lässt sich Stress im Alltag abbauen?

Um das Arthrose-Risiko durch seelischen Stress zu vermindern, sollten Sie sich mehr Zeit für sich selbst nehmen. Auch wenn es mitunter anstrengend ist und Ihnen ein wenig Flexibilität raubt, ist eine konkrete Tagesplanung das A und O bei der Reduzierung von Stress. Setzen Sie sich klare Regeln, strukturieren Sie Ihren Tag und versuchen Sie stressige Punkte auf der Tagesordnung gelassen anzugehen. Was im ersten Moment banal klingt, wird Ihnen mehr Spielraum für den Abbau von Stress geben. Wir haben Ihnen einige Methoden zusammengestellt:

Meditation

Meditieren Sie den Schmerz einfach weg! Studien belegen, dass eine gut ausgeführte Meditation das Schmerzempfinden um die Hälfte verringern kann – und das ganz ohne Medikamente! Wichtig beim Meditieren ist vor allem, die Energie und Aufmerksamkeit auf einen Punkt zu bündeln, zu halten und seine Gedanken nicht vom Vorhaben abschweifen zu lassen. Meditation bedeutet nämlich keineswegs bloß herumzusitzen, sondern Konzentration. Finden Sie beim Meditieren Ihre innere Ruhe und lassen Sie Ihre Alltagsprobleme außen vor.

Senior meditiert am Strand

Die besten Orte zum Meditieren: ein Strand, ein Garten oder zu Hause.
© Kindel Media / Pexels

Probieren Sie es zum Beispiel durch Atemübungen. Die lassen sich einfach in den Alltag integrieren und auch in stressigen Situationen schnell durchführen. Nehmen Sie eine bequeme Position ein. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie liegen, sitzen oder stehen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung, holen Sie tief Luft und atmen Sie langsam wieder aus. Versuchen Sie mit jedem Atemzug den Stress mit aus Ihrem Körper zu atmen. Sie werden sehen, wie Ihr Kopf nach einiger Zeit frei wird. Planen Sie am besten jeden Morgen zur selben Zeit 5–10 Minuten fürs Meditieren ein. So starten Sie ohne Stress in den Tag und mindern Ihr Arthrose-Risiko.

Autogenes Training

Beim Autogenen Training geht es vor allem um das Zuhören und die Autosuggestion. Kurze, sich wiederholende, prägnante Sätze sollen den Gedankengang beeinflussen, damit man den stressigen Alltag hinter sich lassen kann. Die Kraft der Gedanken soll beruhigen und zu einem Stressabbau führen. Ein Trainingszyklus besteht aus mehreren Übungen und Tiefengraden. Je nach Stufe stärken Sie eher Ihr Nervensystem oder gehen mehr in die Tiefenentspannung hinein. Erstes eignet sich besser für den Alltag und lässt sich leicht in die tägliche Routine integrieren. Dabei sagen Sie sich mehrmals verschiedene Sätze vor, um Ihre innere Ruhe zu finden. Eine normale Sitzung dauert zwischen 5 und 15 Minuten, kann aber auch bis zu einer Stunde reichen.

Bei Arthrose unbedingt Stress vermeiden

Sie sehen, Stress kann bei einem erhöhten Arthrose-Risiko effektiv und einfach vermindert werden. Nehmen Sie sich Zeit für Ihren Körper und schütteln Sie den Stress durch gezielte Übungen ab. Setzen Sie aber nicht ausschließlich auf diese Methoden, sondern lassen Sie sich richtig therapieren. Besprechen Sie Ihr Vorgehen bei Arthrose und seelischen Stress immer mit einem Arzt.

Experte zum Thema:

Prof. Dr. med. Musa Citak

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aus Hamburg
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Quellen:
Die Wahrheit über Arthrose

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