Unsere Ernährung ist das Fundament unserer Gesundheit. Entzündungsprozesse im Körper spielen bei vielen Krankheiten eine zentrale Rolle, etwa bei Herzkrankheiten, Diabetes und Arthritis oder Arthrose. Indem wir gezielt entzündungshemmende Lebensmittel in unsere Ernährung einbauen, können wir diese Prozesse nachweislich abschwächen und somit unser Risiko für diese Krankheiten verringern. Dieser Ratgeber zeigt, wie eine solche Ernährung aussehen kann und welche Lebensmittel stark entzündungshemmend wirksam sind. Wir stellen Ihnen die Top 20 an antientzündlichen Lebensmittel vor.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Entzündungshemmende Lebensmittel weisen hohe Konzentrationen von Mikronährstoffen wie Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren auf und stärken dadurch das Immunsystem. 
  • Studien belegen, dass eine entzündungshemmende Ernährung effektiv Entzündungsmarker senken und somit nicht nur chronische Entzündungen reduzieren, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden und die Lebensqualität verbessern kann. 
  • Eine entzündungshemmende Diät fördert die Herzgesundheit, unterstützt bei der Gewichtskontrolle und kann sogar die kognitive Funktion verbessern. 
  • Beliebte entzündungshemmenden Lebensmittel sind u. a. Beeren, frischer Fisch, Kurkuma, blattgrünes Gemüse, Nüsse, dunkle Schokolade, Ingwer und Knoblauch. 

Was sind entzündungshemmende Lebensmittel?

Entzündungshemmende Lebensmittel zeichnen sich durch ihren Gehalt an bestimmten Mikronährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen aus, die im Körper auf biochemischer Ebene wirken. Dazu gehören vor allem Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren, Polyphenole sowie Vitamine wie C, D und E, die entzündungsfördernde Prozesse abschwächen können.

Der Wirkmechanismus dahinter ist gut erforscht: Diese Substanzen können die Bildung von sogenannten Zytokinen und Prostaglandinen hemmen – beides körpereigene Botenstoffe, die bei Entzündungsreaktionen aktiv sind (vgl. Calder, Nutrients, 2010; Minihane et al., British Journal of Nutrition, 2015).

Gleichzeitig unterstützen diese Nährstoffe das Immunsystem und schützen Zellen vor oxidativem Stress, der chronische Entzündungen begünstigt. Eine Ernährung mit einem hohen Anteil entzündungshemmender Lebensmittel kann daher nicht nur akute Beschwerden lindern, sondern auch das Risiko für chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Arthrose, Rheuma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ-2-Diabetes verringern.

Die Top 20 antientzündlichen Lebensmittel

Im Folgenden finden Sie eine Liste der 20 besten entzündungshemmenden Lebensmittel für Gelenke & Co., inklusive ihrer spezifischen Wirkung:

1. Beeren (Blaubeeren, Erdbeeren, Himbeeren): Beeren enthalten viele Antioxidantien wie Vitamin C und Anthocyane, die freie Radikale abfangen und entzündungsfördernde Enzyme hemmen. Sie stärken das Immunsystem und unterstützen die Prävention chronischer Erkrankungen wie Herzleiden und Arthrose.

Frische Blaubeeren, Erdbeeren und Himbeeren auf einer Holzoberfläche.

2. Fetter Fisch (Lachs, Makrele, Sardinen): Fetter Seefisch liefert die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die entzündliche Botenstoffe wie Zytokine regulieren. Regelmäßiger Verzehr kann nachweislich Gelenkbeschwerden lindern und Entzündungswerte im Blut senken.

Frisches Lachsfilet auf einem Teller, gewürzt mit Kräutern, Pfeffer und Olivenöl, serviert mit Zitronenscheiben und Dill.

3. Blattgrünes Gemüse (Spinat, Grünkohl): Blattgemüse wie Spinat ist reich an Vitamin K, Folsäure und Magnesium. Diese Nährstoffe wirken entzündungshemmend und fördern über eine gesunde Darmflora auch die Immunabwehr.

Frischer Spinat in einer Holzschüssel mit Grünkohl im Hintergrund.

4. Nüsse (Mandeln, Walnüsse): Walnüsse und Mandeln enthalten pflanzliches Omega-3 (ALA), Vitamin E und Polyphenole. Sie senken Entzündungsmarker wie CRP und unterstützen die Gefäß- und Gelenkgesundheit.

Mandeln und Walnüsse in Nahaufnahme.

5. Olivenöl (extra vergine): Olivenöl liefert einfach ungesättigte Fettsäuren und Oleocanthal – einen sekundären Pflanzenstoff mit entzündungshemmendem Potenzial. Es wird daher häufig in anti-entzündlichen Ernährungsformen wie der Mittelmeerdiät empfohlen.

Olivenöl wird aus einer Flasche in eine Glasschale gegossen, umgeben von grünen Oliven und Holzuntergrund.

6. Avocados: Die grüne Frucht liefert viele einfach ungesättigte Fettsäuren, Antioxidantien und Kalium. Diese Kombination kann helfen, Entzündungen zu regulieren und gleichzeitig Herz und Gelenke zu unterstützen.

Frische Avocado mit einer ganzen Frucht und einer Hälfte mit Kern auf neutralem Hintergrund.

7. Süßkartoffeln: Die orangefarbene Knolle enthält Beta-Carotin und Vitamin C, die antioxidativ wirken und Entzündungen abschwächen können. Gleichzeitig versorgt sie den Körper mit komplexen Kohlenhydraten für stabile Energie.

Aufgeschnittene Süßkartoffel mit leuchtend orangefarbenem Inneren, die auf einem neutralen Hintergrund präsentiert wird.

8. Paprika: Vor allem die rote Paprika ist sehr reich an Vitamin C und enthält den sekundären Pflanzenstoff Quercetin, der entzündungshemmend wirkt. Beide Stoffe unterstützen das Immunsystem und den Zellschutz.

Rote Paprika, frisch aufgeschnitten und ansprechend auf einem rustikalen Holzbrett arrangiert.

9. Brokkoli: Dieses Kreuzblütengemüse enthält Sulforaphan, welches Entzündungsprozesse im Körper gezielt bremsen kann, indem es bestimmte Signalstoffe hemmt. Auch Ballaststoffe und Vitamine stärken die körpereigene Abwehr.

Frischer Brokkoli in einer Schüssel, ansprechend arrangiert.

10. Pilze: Sorten wie Shiitake oder Reishi enthalten Beta-Glucane, die das Immunsystem stimulieren und entzündungshemmend wirken. In der funktionellen Ernährung gelten sie als natürliche Unterstützer der Abwehrkräfte.

Frische Champignons in einer Schüssel.

11. Trauben: Die süßen Früchte enthalten Resveratrol, ein Antioxidans, das Entzündungen hemmen und die Gefäßfunktion verbessern kann. Rote Trauben sind besonders gut für das Herz und fördern eine bessere Durchblutung.

Teller mit roten Weintrauben auf Holztisch.

12. Kurkuma: Dieses goldene Wundermittel liefert Curcumin, das in Verbindung mit schwarzem Pfeffer besser aufgenommen wird und entzündungshemmend wirkt. Kurkuma wird oft bei Gelenkbeschwerden wie Arthrose ergänzend eingesetzt.

Frische Kurkumawurzeln und Pulver auf Holztisch.

13. Ingwer: Die scharfe Ingwer-Wurzel ist bekannt für ihre entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften. Sie kann außerdem die Verdauung fördern und leichte Schmerzen oder Übelkeit lindern.

Frische Ingwerwurzel mit angeschnittenen Stücken auf neutralem Hintergrund.

14. Knoblauch: Knoblauch enthält Allicin, eine schwefelhaltige Verbindung mit entzündungshemmender, gefäßschützender und antibakterieller Wirkung. Studien zeigen, dass er die Bildung entzündlicher Zytokine wie IL-1β hemmen kann. Gleichzeitig unterstützt Knoblauch das Herz-Kreislauf-System durch eine leichte blutdrucksenkende Wirkung.

Frischer Knoblauch in einer Holzschale mit Pfefferkörnern und Rosmarin angerichtet.

15. Grüner Tee: Grüner Tee liefert große Mengen an EGCG (Epigallocatechingallat), einem Polyphenol mit stark entzündungshemmender Wirkung. Es kann laut Studien die Aktivität von NF-κB hemmen, einem zentralen Regulator von Entzündungsprozessen im Körper. Zudem unterstützt grüner Tee die Zellgesundheit und wirkt leicht stoffwechselanregend.

Eine Tasse grüner Tee auf einem Holztablett.

16. Dunkle Schokolade (mit hohem Kakaoanteil): Dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil enthält Flavanole, die antioxidativ wirken und die Ausschüttung entzündlicher Botenstoffe wie CRP reduzieren können. Studien deuten darauf hin, dass sie die Gefäßfunktion verbessert und den Blutdruck leicht senken kann. Wichtig ist ein hoher Kakaoanteil (mind. 70 %) und ein geringer Zuckergehalt.

Stücke dunkle Schokolade übereinander gestapelt.

17. Tomaten: Tomaten sind reich an Lycopin, einem Carotinoid mit entzündungshemmender und antioxidativer Wirkung. Besonders in gekochter Form kann der Körper Lycopin besser aufnehmen. Es wirkt schützend auf Zellen und kann Entzündungsmarker wie IL-6 und CRP senken.

Tomaten und Mozzarella mit Basilikumblättern, gewürzt mit Pfeffer und Öl auf einem Holztablett.

18. Kirschen: Kirschen enthalten Anthocyane und Quercetin, die nachweislich entzündungshemmend wirken. Sie können den Harnsäurespiegel senken und werden deshalb auch bei Gicht empfohlen. Außerdem kann Kirschsaft Muskelkater reduzieren und die Regeneration nach dem Sport unterstützen.

Frische, rote Kirschen mit Tropfen auf einem Holzuntergrund.

19. Vollkorngetreide (Hafer, Braunreis): Vollkornprodukte wie Hafer oder Braunreis sind reich an Ballaststoffen, welche die Darmgesundheit stärken. Dies ist ein wichtiger Faktor bei chronischen Entzündungen. Hafer enthält zudem Beta-Glucane, welche das Immunsystem unterstützen und überaktive Entzündungsreaktionen im Körper abschwächen können. Vollkorn hilft außerdem, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten, und beugt so Entzündungsreizen durch starke Schwankungen vor.

Körniger Vollkornreis in einer Holzschale, umgeben von Weizenkörnern.

20. Chiasamen: Chiasamen enthalten das pflanzliche Omega-3-Fett ALA, das im Körper zu entzündungshemmenden Verbindungen umgewandelt werden kann. Ihre Ballaststoffe fördern die Darmgesundheit und helfen dabei, Entzündungsfaktoren im Gleichgewicht zu halten. Durch ihre Quellfähigkeit sorgen sie zudem für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl.

Chiasamen in einer Holzschale, verstreut auf einem Holzuntergrund.<br />

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Praktische Tipps für eine entzündungshemmende Ernährung

Eine Ernährungsumstellung kann erst einmal herausfordernd sein, da man viele neue Informationen zu Lebensmitteln und Nährstoffen sowie deren Wirkungen beachten muss. Um eine entzündungshemmende Ernährung erfolgreich umzusetzen, beginnen Sie am besten erstmal mit kleinen, nachhaltigen Änderungen. Reduzieren Sie zunächst den Konsum von verarbeiteten Lebensmitteln, Zucker und Alkohol.

Im nächsten Schritt können Sie gezielt frische, nährstoffreiche Lebensmittel in deinen Speiseplan integrieren, zum Beispiel Gemüse, gesunde Fette und ballaststoffreiche Vollkornprodukte. Wichtig ist dabei die Abwechslung, denn unterschiedliche Lebensmittel liefern unterschiedliche entzündungshemmende Wirkstoffe.

Unser Tipp: Planen Sie Ihre Mahlzeiten so, dass mindestens eine entzündungshemmende Zutat pro Teller dabei ist. Probieren Sie auch ruhig neue Rezepte aus, denn viele klassische Gerichte lassen sich mit ein paar Anpassungen gesund und lecker gestalten.

Entzündungshemmende Rezepte wie Fisch mit Knusperhaube

Fisch mit Knusperhaube ist eine beliebtes Rezept mit entzündungshemmenden Zutaten

Noch mehr Wissen zu entzündungshemmenden Lebensmitteln

Über entzündungshemmende Lebensmittel gibt es natürlich noch einiges mehr zu lernen, als man in einem Artikel zusammenfassen könnte. Neben den weiterführenden Texten im ArthrosePortal sind unsere Bücher über Arthrose eine perfekte Wissensquelle.  

Beispielswiese informiert „Die Ernährungs-Docs: Starke Gelenke“ umfassend über den Zusammenhang von gesunder Ernährung für die Gelenke. Zudem bietet das Buch viele köstliche Rezepte, mit denen Sie das Gelernte direkt in die Tat umsetzen können. 

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Mit der richtigen Ernährung Entzündungen gezielt vorbeugen

Eine entzündungshemmende Ernährung kann dazu beitragen, chronisch erhöhte Entzündungswerte im Körper zu senken, beispielsweise durch den gezielten Verzehr von Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien und Ballaststoffen. Eine Meta-Analyse in Nutrients (Minihane et al., 2015) zeigt beispielsweise, dass eine Ernährung mit niedrigem glykämischen Index, die reich an Gemüse, Vollkorn und gesunden Fetten ist, entzündliche Biomarker wie CRP und Interleukin-6 senken kann.

Auch bei Arthrose wurden in klinischen Studien positive Effekte beobachtet. So konnte Curcumin aus Kurkuma in einer Placebo-kontrollierten Untersuchung von Chandran & Goel (2012, Phytotherapy Research) die Gelenkschmerzen deutlich reduzieren – bei vergleichsweise guter Verträglichkeit.

Solche Erkenntnisse zeigen: Ernährung ersetzt zwar keine Therapie, kann aber ein relevanter Baustein sein, um Entzündungen zu regulieren, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität langfristig zu verbessern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

In diesem Abschnitt beantworten wir häufige Fragen zur entzündungshemmenden Ernährung, beispielsweise die Rolle der Ernährung und was man bei einer entzündungshemmende Diät sonst noch beachten sollte. 

Was muss ich bei der Einnahme entzündungshemmender Lebensmittel beachten?

Wenn Sie antientzündliche Lebensmittel konsumieren, sollten Sie bei der Zubereitung Ihrer Gerichte unbedingt ein paar Aspekte im Hinterkopf behalten. Beispielsweise unterscheidet man zwischen wasser- und fettlöslichen Vitaminen. Letztere sollten daher am besten immer mit anderen Fetten (z. B. Ölen) kombiniert werden, um die Aufnahme zu optimieren. Einige Mikronährstoffe wie Vitamin C sind zudem hitze– und lichtempfindlich. Daher sollten Sie Gemüse nur kurz dämpfen und auch rasch nach dem Kauf verzerren bzw. dunkel lagern. 

Welche Lebensmittel sind bei Gelenkkrankheiten wie Arthrose nicht zu empfehlen?

Meiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel, da diese das Gewicht erhöhen und Entzündungen im Körper verursachen können. Beides möchte man bei Arthrose vermeiden. Fette sind grundsätzlich nicht schlecht, nur bei mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren (Arachidonsäuren) sollten Sie aufpassen, da diese leicht zu Entzündungsbotenstoffen umgewandelt werden. Ergo gilt es Eier, Fleisch und fette Milchprodukte in Maßen zu konsumieren. Auf Fast Food, Süßigkeiten sowie Alkohol, Softdrinks und Wurstwaren sollten Sie überwiegend verzichten. 

Welche Ernährung hilft bei Arthrose?

Prinzipiell ist eine antientzündliche Ernährung, und falls nötig eine gewichtsreduzierende Ernährung, sehr hilfreich bei Arthrose und generell zur Förderung der Gelenkgesundheit. Greifen Sie vor allem auf Lebensmittel zurück, die reich an ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen und Proteinen sind. Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse stärkt das Immunsystem und hilft dabei, Entzündungsprozesse im Körper zu verringern.

Wie schnell wirkt eine entzündungshemmende Ernährung?

Die Wirkung hängt von mehreren Faktoren ab, beispielsweise vom Ausgangszustand des Körpers, der Konsequenz der Ernährungsumstellung und dem individuellen Stoffwechsel. Erste positive Effekte, wie eine verbesserte Verdauung, mehr Energie oder weniger Gelenkbeschwerden, können bereits nach wenigen Wochen spürbar sein. Langfristige Verbesserungen zeigen sich meist innerhalb von 8 bis 12 Wochen bei konsequenter Umsetzung.

Experte zum Thema:

Dr. med. Matthias Riedl

Facharzt für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologe
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Quellen:
Die Ernährungs-Docs – Starke Gelenke