Omega-3-Fettsäuren gehören zu den am besten erforschten Nährstoffen im Zusammenhang mit chronischen Entzündungen und Gelenkerkrankungen wie Arthrose oder rheumatoider Arthritis. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche natürlichen Quellen besonders empfehlenswert sind, wie hoch die optimale Zufuhr sein sollte und wie Sie die Wirkung durch Ernährung gezielt fördern können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Omega-3-Fettsäuren spielen eine wesentliche Rolle bei der Unterstützung der Gelenkgesundheit durch ihre entzündungshemmenden Eigenschaften und die Förderung der Knorpelgesundheit.
  • Sowohl Fischöl als auch Algenöl sind hervorragende Quellen für die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA.
  • Weitere gute Omega-3-Quellen sind Chiasamen, Leinsamen, Walnüsse, Hanfsamen, Kürbiskerne, Sojabohnen und Rapsöl.
  • Die empfohlene Tagesdosis beträgt 250-500 mg EPA und DHA für die allgemeine Gelenkgesundheit. Bei bestehenden Gelenkproblemen kann eine höhere Dosierung sinnvoll sein.
  • Omega-3-Fettsäuren können bei der Behandlung von Gelenkerkrankungen wie Arthrose helfen, indem sie Schmerzen lindern und die Beweglichkeit der Gelenke verbessern.

Wie wirkt Omega-3 auf die Gelenke?

Omega-3-Fettsäuren, insbesondere EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), gelten inzwischen als echte Wunderwaffe bei der Behandlung von Arthrose und anderen Gelenkbeschwerden. Grund dafür ist ihre entzündungshemmende Wirkung: Sie hemmen Botenstoffe wie Interleukine und Prostaglandine, die bei chronischen Gelenkentzündungen eine wichtige Rolle spielen (Calder, 2013).

Gleichzeitig unterstützen Omega-3-Fettsäuren die Knorpelgesundheit, indem sie die Bildung von Kollagen und Proteoglykanen fördern. Diese Substanzen stärken die elastische Struktur des Gelenkknorpels, wirken wie ein natürlicher Stoßdämpfer und sorgen für eine bessere Beweglichkeit, insbesondere bei degenerativen Erkrankungen wie Arthrose.

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Die besten natürlichen Omega-3-Quellen für gesunde Gelenke

Eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren gelingt am besten über eine gezielte Lebensmittelauswahl. Dabei unterscheidet man zwischen marinen Quellen mit den wirksameren Fettsäuren EPA und DHA sowie pflanzlichen Lebensmitteln, die vor allem ALA (Alpha-Linolensäure) enthalten:

1. Fisch/Fischöl: Fischöl ist das Öl, was aus den Geweben fetter Fische gewonnen wird. Es ist reich an den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Diese Fettsäuren sind direkt verfügbar und müssen nicht erst im Körper umgewandelt werden. Fischöl wird aus fettreichen Fischen wie Lachs, Makrele und Sardinen gewonnen und ist eine der effektivsten Quellen für Omega-3. Die Fische können natürlich auch so verzehrt werden. 

2. Algenöl: Algenöl ist eine pflanzliche Omega-3-Quelle und stellt eine vegetarische beziehungsweise vegane Alternative zu Fischöl dar. Es enthält ebenfalls EPA und DHA und wird aus Mikroalgen gewonnen. Algenöl hat den zusätzlichen Vorteil, dass es nachhaltig produziert werden kann und frei von Schadstoffen ist, die manchmal in Fischöl vorkommen. 

3. Chiasamen: Chiasamen sind reich an ALA, einer pflanzlichen Omega-3-Fettsäure. Der Körper kann ALA nur zu einem kleinen Teil in EPA und DHA umwandeln, doch als Ergänzung sind sie sinnvoll. Sie lassen sich vielseitig in Müsli, Smoothies oder Backwaren einsetzen.

4. Leinsamen: Leinsamen gehören zu den besten pflanzlichen ALA-Quellen. Damit der Körper die Fettsäuren aufnehmen kann, sollten sie geschrotet oder gemahlen verzehrt werden. Leinsamenöl ist besonders konzentriert, aber nur für die kalte Küche geeignet.

5. Walnüsse: Walnüsse enthalten ebenfalls viel ALA und liefern zusätzlich Vitamin E und sekundäre Pflanzenstoffe. Schon eine kleine Handvoll pro Tag trägt zur Omega-3-Versorgung bei. Sie sind ideal als Snack oder im Salat.

6. Hanfsamen: Hanfsamen bieten Omega-3 und Omega-6 im idealen Verhältnis und enthalten zudem pflanzliches Eiweiß. Ihr nussiger Geschmack passt gut in Salate, Joghurt oder Bowls. Sie sind auch geschält erhältlich und dann besonders gut verdaulich.

7. Sojabohnen: Sojabohnen, Tempeh und Tofu enthalten moderate Mengen ALA und sind reich an Proteinen. Sie lassen sich gut in die tägliche Ernährung integrieren. In Kombination mit anderen pflanzlichen Quellen unterstützen sie die Omega-3-Zufuhr.

Leinsamen, auch bekannt als Flax Seed, sind eine hervorragende pflanzliche Omega-3-Quelle. Leinsamen, auch bekannt als Flax Seed, sind eine hervorragende pflanzliche Omega-3-Quelle. Leinsamen, auch bekannt als Flax Seed, sind eine hervorragende pflanzliche Omega-3-Quelle.
Leinsamen, auch bekannt als Flax Seed, sind eine hervorragende pflanzliche Omega-3-Quelle.

Anwendung und Dosierung von Omega-3 für die Gelenke 

Die empfohlene Tagesdosis von Omega-3 variiert je nach individuellen Bedürfnissen und Gesundheitszielen. Für die allgemeine Gelenkgesundheit wird oft eine tägliche Dosis von 250-500 mg EPA und DHA empfohlen. Bei bestehenden Gelenkproblemen kann eine höhere Dosierung sinnvoll sein, sollte aber mit einem Arzt besprochen werden. Um die Aufnahme von Omega-3 zu optimieren, sollte es zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Die gleichzeitige Einnahme mit fetthaltigen Lebensmitteln kann die Bioverfügbarkeit verbessern.

Auf dem Markt gibt es zudem zahlreiche Omega-3-Präparate als Nahrungsergänzungsmittel, die speziell für die Gelenkgesundheit formuliert sind. Achten Sie darauf, qualitativ hochwertige Präparate oder Nahrungsergänzungsmittel für Gelenke zu wählen, die frei von Schadstoffen sind. 

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

In diesem Abschnitt beantworten wir häufige Fragen zu Omega-3 und Gelenken. 

 

Welche Omega-3-Quelle ist für die Gelenke am besten?
Die beste Omega-3-Quelle für die Gelenke sind fettreiche Fische wie Lachs, Makrele, Hering und Sardinen. Diese Fische enthalten hohe Mengen an EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), die entzündungshemmenden Eigenschaften haben und zur Linderung von Gelenkschmerzen beitragen können. Für Vegetarier und Veganer bieten Algenöl und Leinsamenöl gute Alternativen, da sie ebenfalls Omega-3-Fettsäuren enthalten, wenn auch in einer anderen Form (ALA, Alpha-Linolensäure), die der Körper in EPA und DHA umwandeln kann. 
Wie lange dauert es, bis Omega-3 eine Wirkung erzielt?
Die Wirkung von Omega-3 kann je nach individuellem Gesundheitszustand und Dosierung variieren. Erste Verbesserungen können nach einigen Wochen regelmäßiger Einnahme auftreten. Studien zeigen, dass signifikante Ergebnisse oft nach 8 bis 12 Wochen sichtbar werden. Es ist wichtig, Omega-3 kontinuierlich und in der empfohlenen Dosierung einzunehmen. Bei chronischen Gelenkproblemen oder schwerwiegenden Erkrankungen kann es jedoch länger dauern, bis spürbare Effekte eintreten. Studien zeigen, dass eine regelmäßige Einnahme von Omega-3 die Schmerzwahrnehmung reduzieren und die morgendliche Steifheit verringern kann. Bei schweren Gelenkerkrankungen sollte jedoch immer ein Arzt konsultiert werden, um eine geeignete Behandlung zu besprechen. 
Kann man zu viel Omega-3 einnehmen?
Ja, eine übermäßige Einnahme von Omega-3 kann zu Nebenwirkungen wie Blutungen oder einem schwächeren Immunsystem führen. Hohe Dosen von Omega-3 können die Blutgerinnung beeinflussen, was besonders bei Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, problematisch sein kann. Weitere mögliche Nebenwirkungen einer Überdosierung umfassen niedrigen Blutdruck, Verdauungsprobleme und ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle. Es ist daher wichtig, die empfohlene Dosierung nicht zu überschreiten und sich bei hohen Dosen ärztlichen Rat einzuholen. 
Ist Algenöl eine gute Alternative zu Fischöl?
Algenöl ist eine hervorragende pflanzliche Quelle für Omega-3 und enthält wie Fischöl die wichtigen Fettsäuren EPA und DHA. Es ist besonders für Vegetarier und Veganer geeignet und wird nachhaltig produziert. Zudem ist Algenöl frei von den Schadstoffen, die in einigen Fischölen vorkommen können, wie z.B. Quecksilber oder andere Schwermetalle. Algenöl wird direkt aus Mikroalgen gewonnen, die die ursprüngliche Quelle von EPA und DHA sind. Diese Mikroalgen werden in kontrollierten Umgebungen gezüchtet, was das Risiko von Kontaminationen weiter reduziert, und eine konsistente Qualität sicherstellt. 

Experte zum Thema:

Dr. med. Matthias Riedl

Facharzt für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologe

Mehr dazu

Quellen: Die Ernährungs-Docs – Starke Gelenke