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Arthrose im Finger, Daumen und Handgelenk

Die Hände sind ein Wunderwerk der Natur. Sie können sehr feinmotorig arbeiten und gleichzeitig mit Kraft sicher zufassen. Was sie alles täglich für uns leisten, merken wir spätestens, wenn Gelenke in den Händen Arthrose bekommen und die Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Zwar kommt Arthrose in den Händen nicht so oft vor wie in den Hüften oder Knien, aber sie kann einem im Alltag natürlich ebenso belasten.

Die häufigsten Ursachen für Arthrose in den Fingern, Daumen und Handgelenken sind Verletzungen, Überforderung sowie eine erbliche Vorbelastung. Wer mit einem Gelenkverschleiß und schmerzhaften Entzündungen in der Hand zu tun hat, sollte etwas Zeit in die Behandlung der betroffenen Bereiche durch Wärme, Hausmittel und vor allem Übungen investieren.

Arthrose im Finger: Merkmale und Übungen

Arthrose zeigt sich an den Fingern oft durch sichtbare Verformungen und wiederkehrende Schmerzen. Hat die Arthrose in den Fingern das Anfangsstadium überschritten, können Betroffene oft nur unter Schmerzen eine Faust machen. Diese Form der Arthrose nennt man auch Polyarthrose. Sie kommt bei Frauen häufiger vor als bei Männern. Sind mehrere Gelenke betroffen, kann es sein, dass sie zu unterschiedlichen Zeiten schmerzen, was es den Patienten schwer macht, zur Ruhe zu kommen.

Man geht davon aus, dass Arthrose in den Fingern eher durch Vererbung als durch Überlastung entsteht, weil sie im gleichen Maße in rechten wie in linken Händen auftritt. Da diese Art von Arthrose rheumatischen Erkrankungen und der Gicht ähnelt, kann es nötig sein, dass ein Arzt oder eine Ärztin durch ein Blutbild klärt, worum es sich tatsächlich handelt.

Arthrose im Finger: Was hilft?

Zu den medizinischen Behandlungen, die Erfolg versprechen, gehören unter anderem Röntgenreizbestrahlungen und Hyaluronsäure-Injektionen. Betroffene können aber auch jeden Tag selbst etwas für schmerzfreiere Hände tun. Salben und Öle aus Arnika und Rosmarin können einmassiert werden, aber vor allem müssen die Fingergelenke in Bewegen bleiben. Deshalb auch bei schmerzenden Gelenken die Finger vorsichtig immer wieder mal öffnen und schließen. Sonst besteht die Gefahr, dass die Hand zu lange in einer ungünstigen, gekrümmten Haltung verbleibt.

Frau bei der Massage ihrer linken Hand

Eine gute Massage hilft, die mit Arthrose verbundenen Schmerzen in den Händen zu verringern.
©andreas160578 / Pixabay

Falls jede Bewegung einfach zu sehr schmerzt, kann man versuchen, durch Wärme Abhilfe zu schaffen – zum Beispiel, indem man einen warmen Waschlappen um die Finger wickelt und dann versucht, sie zu bewegen. Ebenfalls als sehr hilfreich und angenehm empfinden viele Patienten Rapsbäder. Dafür werden in der Apotheke erhältliche Rapssamen im Backofen erhitzt und in eine Schüssel gefüllt. Nun die Hände in die warmen Samen tauchen und die Finger vorsichtig bewegen.

Bei Arthrose in den Fingern sind folgende Übungen sehr zu empfehlen. Werden sie regelmäßig wiederholt, tut man langfristig etwas für die Beweglichkeit und Schmerzfreiheit der Gelenke.

Das Daumensattelgelenk und Arthrose

Tritt Arthrose in der Hand auf, ist am häufigsten das Daumensattelgelenk betroffen. Dabei handelt es sich um das Gelenk im Daumen über dem ersten Mittelhandknochen. Oft zeigt sich die Arthrose an dieser Stelle durch Schmerzen beim Aufschließen einer Tür oder beim Öffnen einer Flasche. Im fortgestrittenen Stadium fallen einem schneller Dinge aus der Hand und es kann zu Koordinationsstörungen kommen.

Auch beim Daumensattelgelenk können bei Arthrosesalben und -öle eine erste Linderung bringen. Eine Kälte- oder Physiotherapie kann ebenfalls helfen. Betroffene sollten die Daumen tagsüber öfter kreisen lassen und darauf achten, das Smartphone nicht übermäßig zu nutzen. Ebenfalls hilfreich können folgende Übungen sein:

Arthrose im Handgelenk: Merkmale und Übungen

Das Handgelenk verbindet Hand und Arm. Die Entstehung von Arthrose ist an in diesem Gelenk besonders durch Belastungen wie die regelmäßige Arbeit am Presslufthammer oder das Heben von Gewichten begünstigt. Auch Verletzungen mit länger anhaltenden Schmerzen, Rheuma oder eine Überbelastung durch intensives Arbeiten am Computer können Risikofaktoren sein. Bei einer Arthrose im Handgelenk gehört zu den typischen Symptomen neben Schmerzen eine morgendliche Steifigkeit in den Handgelenken, die erst nachlässt, wenn die Gelenke im Laufe des Tages wärmer werden.

Auch bei Arthrose im Handgelenk können Hausmittel wie Salben mit Arnika und Rosmarinöl helfen. Außerdem sind Paraffinbäder empfehlenswert. Eine medizinisch-professionelle Unterstützung können beispielsweise eine Ergotherapie und speziell für Handgelenke hergestellte Bandagen bieten. Ist die Arthrose so akut, dass man nur unter Schmerzen eine Faust bilden kann, hilft es unter Umständen, die Hände bis über die Handgelenke in ein Becken mit warmem Wasser zu tauchen und einen Schwamm im Handbad zu kneten. So sollen die Muskeln entspannt und gekräftigt sowie Schmerzen durch die Wärme gelindert werden.

Darüber hinaus gibt es viele einfache Übungen, die Schmerzen verringern, die Beweglichkeit verbessern und das Handgelenk lockern. Zu den besten, die Patienten überall durchführen können, gehören:

 

Übungen zur Linderung von Arthrose in der Hand

Übungen zur Linderung von Arthrose in der Hand
©Axel Kock, Michaela-Spatz / Die Wahrheit über Arthrose, Seite 130

Experten zum Thema:

Dr. med. Helge Riepenhof

Chefarzt Zentrum für Rehabilitationsmedizin
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Quellen:
Stark gegen Schmerzen

Holger Stromberg

Deutscher Küchenmeister, Fernsehkoch und Autor
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Quellen:
Stark gegen Schmerzen

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ArthrosePortal.com